Impressionen

Fuga. Die Flucht

Zu Ostern 2017 organisiert Gerald Krammer mit dem Orchester Dolce Vita eine szenische Aufführung von Pergolesis „STABAT MATER“ mit Mitgliedern des Balletts der Oper Graz.

fu·ga, Substantiv, (f):
(1) Flucht
(2) Abwanderung
(3) mus. Fuge
(4)

Wo sucht das Wurzellose nach Boden?
Der Heimatbegriff deutet sich von Mensch zu Mensch um, umfasst Räumlichkeit, Zeitlichkeit, Kultur und Denken.
Eines ist dem Verständnis für Heimat jedoch immer gemein: das Gefühl nach Zugehörigkeit. So ist das Leid der „Entrissenen“ – jenen, denen die Zugehörigkeit verwehrt wird – nachfühl- und begreifbar und findet durch die Kunst dort ihren Ausdruck, wo andere Mittel versagen.
Ein Sprachrohr für die Sprachlosigkeit, die uns angesichts der Tragödie der derzeitigen Flüchtlingskrise befällt, ein Innehalten, das erst durch Bewegung sichtbar wird, ist inhaltliche Thematik des Abends.
Durch die Zusammenführung von Musik, Tanz und Text erlaubt sich der heutige Abend einen Zugang zu einer vielschichtigen Interpretation, die den Bogen zwischen altem und neuem (Un-)Verständnis für die Flucht spannt.
Die Werke des Abends suchen eine neue Form des Ausdrucks dort, wo zeitgenössische Medien in ihrer statistischen Sterilität zu banal erscheinen, um die Vorgänge auf einer Ebene zu beschreiben, die menschlich und emotional erfassbar ist.
Die Barockkirche St. Andrä wird dabei selbst Teil der Umsetzung, als eine traditionelle Bühne, die zum Neuzugang zwingt. (Gregor Krammer)